Dovers World
  Gorbatschow und Bush
 
Im Fernsehstudio sitzen ein Moderator, George W.Bush und Michail Gorbatschow.
 
Moderator(freundlich):
„Guten Abend liebe Zuschauer, ich begrüße Sie recht herzlich zu unserer Sendung „Weltgeschichte“. Heute zu Gast ist der frühere Staats- und Parteichef der damaligen Sowjetunion, Michail Gorbatschow. Und der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten, George W.Bush, ist auch zu Gast. Herr Gorbatschow, Sie sind in Rente, was treiben Sie denn so zur Zeit? Schreiben Sie ein neues Buch?“
 
Gorbatschow(traurig):
„Ja. Es heißt : „Die goldenen Zeiten“. Da schreibe ich mein Bedauern über den Zerfall der alten Sowjetunion. Ich hätte die KPdSU nicht auflösen dürfen. Entschuldige vielmals, Breschnew!“
 
Bush(stolz):
„Wer reingeht muß auch wieder rausgehen.“
 
Moderator:
„Ähh, ja, also das war doch eine gute Wende, das Ende der Sowjetunion meine ich. Diese Wende hat doch für mehr Demokratie und Menschlichkeit im Ostblock gesorgt.“
 
Gorbatschow:
„Demokratie. Menschlichkeit, pah. Darum geht es doch gar nicht mehr, es geht um Macht, um Größe und Kraft, der rote Stern soll wieder glitzern und den gesamten Roten Platz mit seinem strahlenden Licht überfluten.“
 
Moderator:
„Was meinen Sie dazu, Herr Bush?“
 
Bush(drohend):
„Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.“
 
Moderator:
„Finden Sie es nicht gut, daß es die Sowjetunion nicht mehr gibt?“
 
Bush:
„Wer den Krieg will der bekommt den Krieg.“
 
Gorbatschow:
„Als Alexander der Große, einer meiner Vorbilder, 334 den Hellespont überschritt, stand ihm ein bestimmtes Ziel vor Augen : Er wollte das Perserreich erobern.“
 
Moderator:
„Noch mal zurück zu Ihrem Buch, Herr Gorbatschow : Was steht denn da genau drin?“
 
Gorbatschow:
„Ich habe da nicht nur mein Bedauern geschrieben, ich habe auch Vorschläge gemacht, wie man die Sowjetunion wieder reaktivieren kann.“
 
Moderator:
„Nennen Sie uns mal einen Ihrer Vorschläge.“
 
Gorbatschow holt ein Buch aus der Tasche. Er schlägt es auf und liest vor.
 
Gorbatschow(glücklich):
„Als ich sie kennenlernte, unsere Raja, war sie klein, zierlich und zerbrechlich wie ein Grashalm...ohh, ich lese gerade über meine Katze, einen Moment...jetzt habe ich es : Wir sollten eine Fast-Food-Kette aufmachen, da gibt es den Breschnew-Burger, das Stalin-Steak und den Chruschtschow-Ketchup. In die Burger sind Hammel und Sichel eingebrannt. Und alle Burger kosten gleichviel, alle drei Rubel. Das Personal trägt rote Kleidung wo drauf steht : Februarrevolution 1917.“
 
Moderator:
„Aha. So, Herr Bush, was sagen Sie zu den Plänen von Gorbatschow?“
 
Bush(cool):
„Nur ein guter Burger ist ein richtiger Burger.“
 
Moderator:
„Finden Sie es nicht bedrohlich, wenn solch eine Fast-Food-Kette in ganz Rußland eröffnet wird?“
 
Bush:
„Die Bedrohung ist eine Bedrohung der Bedrohung.“
 
Moderator:
„Na gut. Herr Gorbatschow, nennen Sie uns noch einen Ihrer Vorschläge die Sowjetunion wieder zu beleben.“
 
Gorbatschow(stolz):
„Es soll ein Film gemacht werden, er soll ‚Sowjet-Man‘ heißen. Er ist ein Held, der dem Proletariat stets hilft, er hilft den Bauern bei Insektenbefall der Ernte, er bekämpft den sauren Regen und er stiehlt den Kapitalisten das Geld.“
 
Bush:
„Geld ist dazu da um es auszugeben.“
 
Moderator:
„Wann soll der Film fertig sein?“
 
Gorbatschow:
„Die Dreharbeiten beginnen bald, der alte Eishockey-Star der alten Sowjetunion, Sergej Makarov, soll den Sowjet-Man spielen.“
 
Moderator:
„Dieser Film soll wahrscheinlich hauptsächlich die Jugend ansprechen, oder?“
 
Gorbatschow:
„Genau. Die Jugendlichen in Rußland wissen doch gar nicht mehr wo sie leben. Der alte Stier, mit seinen glänzenden Hörnern, der besänftigt wird mit Kerosin und Napalmduft, er schreitet empor auf den Säulen der halluzigenen Tempel der russischen Herrscher. Er soll die Jugend führen und sie leiten, in eine bessere Welt.“
 
Bush:
„Die Jugend will kämpfen und gewinnen.“
 
Moderator:
„Herr Bush, wird der Film ‚‘Sowjet-Man‘ auch in den USA gezeigt?“
 
Bush:
„Wir haben schon einen Film. Er heißt ‚El-Kaida-Man‘ und muß schnell umgelegt werden.“
 
Gorbatschow:
„Für die ganz Kleinen habe ich mir auch was ausgedacht. Es sollen Hörspielkassetten erscheinen, eine Serie mit dem Titel ‚Lenin Sternchen‘. Es geht da um einen Elefanten, der eine rote Krone trägt, man kann sie aus drei roten Sternen basteln. Man muß nur die Zacken der Sterne ausschneiden und zusammenkleben, verstehen Sie wie ich meine?“
 
Moderator:
„Ja, ich kann es mir ungefähr vorstellen. So, nun zu Ihnen, Herr Bush, was sagen Sie zu den revolutionären Ideen des Herrn Gorbatschows?“
 
Bush:
„Ideen sind Ideen und Revolution ist Revolution. Es lohnt sich auf alle Fälle dafür zu kämpfen.“
 
Moderator:
„Was ist, wenn die amerikanische Jugend die Breschnew-Burger gerne ißt und diese Hörspielkassetten gerne hören tut?“
 
Bush sagt erst mal nichts und richtet sich auf. Dann spricht er mit lauter Stimme :
 
Bush(laut):
„Wer nicht für uns ist, ist gegen uns, das sagte ich doch schon!“
 
Gorbatschow:
„Ein Computerspiel wird es auch geben. Das Spiel soll heißen ‚Operation Thunderstar‘. Da kann man mit einem Fadenkreuz amerikanische GI´s abschießen. Und nach jedem erfolgreichen Level kommt die sowjetische Hymne.“
 
Moderator:
„Ich frage Sie noch mal, George W. Wusch, ähh, sorry, Bush : Finden Sie das alles nicht bedrohlich?“
 
Bush(cool):
„Wenn es die Sowjetunion wieder gibt, dann müssen wir sie bekämpfen. Wir werden unsere modernsten Waffen einsetzen und den Kreml okkupieren. Wir machen aus Rußland ein neues Amerika. Wer nicht gegen uns ist, ist nicht für uns!“
 
Moderator:
„Wer nicht für uns ist, ist gegen uns, meinen Sie. Herr Gorbatschow, wann sollen Ihre Ideen in die Tat umgesetzt werden?“
 
Gorbatschow:
„Mir wird Alexej Kossygin helfen, er ist der alte Ministerpräsident der UdSSR. Er beschäftigt sich mit den Reformen der russischen Wirtschaft. Er testet gerade zwei Textilfabriken, ich sagte ihm, daß sei völlig uninteressant zur Zeit. Er meinte aber, ihm gefallen weiße Röckchen. Ich werde ihn aber noch überreden.“
 
Moderator:
„Wie wollen Sie das machen?“
 
Gorbatschow(lächelt):
„Ich werde, wenn ich ihn wieder treffe, ein weißes Röckchen anziehen, das wird klappen.“
 
Moderator:
„Wieso wollen Sie unbedingt diesen Kossygin haben, was zeichnet ihn aus?“
 
Gorbatschow(begeistert):
„Seine glanzvollen Augen schauen in die nahe Zukunft und können uns vor den Gefahren der kapitalistischen Imperialisten warnen. Er hat ein gutes Gespür dafür, er ist ein richtiger Spürhund. Ich brauche ihn zur Absicherung, ganz einfach. Der stolze Ritter, gebürtig im Sabinerland, zerfleischt die reichen Adelsfamilien, er ist ein beliebter Armeeführer, dessen Nüstern bei Bedrohung pochen und wie aus Fanfaren das Lied der Vergeltung posaunen.“
 
Bush(unsicher):
„Wer für uns ist, der ist...der ist...gegen uns?“
 
Moderator:
„Mal ein anderes Thema: Lieber Herr Bush, die Demokraten in Ihrem Land sind für einen schnellen Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak. Noch haben Sie die Macht, die Demokraten könnten aber erreichen, daß Ihnen der Geldhahn abgedreht wird. Was gedenken Sie zu tun?“
 
Gorbatschow(prahlend):
„Ach, die Amis machen alles falsch im Irak. Man muß das so machen wie wir in den Achtzigern in Afghanistan. Die Gegner mit einem Panzer überfahren, für die Kinder dort Bomben bauen die wie Schmetterlinge, wie Spielzeug aussehen, die alten Leute mit Giftgas...“
 
Moderator(unterbricht):
„Einen Moment noch, Herr Gorbatschow, ich habe Herrn Bush was gefragt.“
 
Bush:
„Wir werden eine Frühjahrsoffensive jetzt im Irak starten. Da werden viele Terroristen, die aus dem Iran und Syrien eingeschleust wurden, umgenietet. Der Kampf gegen El-Kaida ist noch nicht gewonnen aber bald zu Ende, ähh, ich meine er ist noch nicht zu Ende aber bald gewonnen. Oder ist das nicht das selbe? Müssen wir das so ernst sehen? Ist denn nicht jeder Mann verurteilt sein bestes zu tun um das Blühen des Duschgels und der Jeansjacken zu fördern? Wer nicht gegen uns ist, obwohl er für uns ist, dessen Eltern gegen uns sind aber sein Ur-Onkel für uns: Ist dieser Mann nicht gegen uns? Wer...wer...für uns ist, ist...ist...nicht...nicht gegen uns. JA, ich hab´s!“
 
Gorbatschow(verachtend):
„So ein Schwachkopf! Wir, die Sowjets, müssen uns wieder zusammen tun und es ausnutzen, daß so ein Hohlkopf da an der Macht ist. Wir werden eine absolute Diktatur der KPdSU einführen, eine Despotie nach orientalischem Muster und wie einst Diokletian im Jahre 284 das hellenisierte Reich...“
 
Moderator(unterbricht):
„Wird es bei dieser Frühjahrsoffensive nicht auch zivile Opfer geben, Herr Bush?“
 
Bush:
„Nein, mit den modernsten Mitteln, die unser Verteidigungsminister Gates hat, können wir per Joystick im Pentagon Ziele im fernen Irak anvisieren und auslöschen.“
 
Gorbatschow:
„Einen Joystick für Computerspiele werden wir auch rausbringen, er hat die Form eines Hammers. Und er ist rot. Was ich noch vergessen habe : Eine Rockband werden wir auch gründen, die ‚Rolling Red Stars‘. Die werden Lieder singen wie zum Beispiel ‚Die Volksfronttaktik‘ oder ‚Das Kollektiv‘.“
 
Moderator(skeptisch):
„Ziele mit dem Joystick aus den USA anvisieren? Das sah aber im Irakkrieg 2003 aber noch anders aus. DA waren Ihre Truppen doch im Irak stationiert. Soweit ich weiß sind da jetzt ungefähr 140.000 GI´s stationiert.“
 
Bush:
„Die sind doch nur zur Überwachung da, um das Territrium...ähh, das Terrarium, ähh, das Aquarium, ich meine...“
 
Moderator:
„...das Territorium...“
 
Bush:
„Genau, um das abzusichern.“
 
Gorbatschow(lächelt):
„Das ‚was‘ abzusichern?“
 
Bush:
„Das Trikolorium abzusichern.“
 
Gorbatschow(lacht):
„HA!“
 
Moderator:
„Das Territorium abzusichern. Ist das jetzt eine neue Kriegsstrategie, von weiter Ferne aus die Ziele anzuvisieren?“
 
Bush:
„Wir verfügen über modernste Mittel der Kriegsstrategie. Die Chinesen haben jetzt ihren Militärhaushalt um Milliarden aufgestockt, da müssen wir mithalten. Wer nicht gegen uns ist, der ist nicht für uns.“
 
Gorbatschow(grinst):
„Was sollen die GI´s im Irak noch mal absichern?“
 
Bush:
„Das Terrorium.“
 
Moderator:
„Lieber Herr Gorbatschow, wird die KPdSU, wenn es sie wieder geben sollte, sich nicht an den Steuern wieder bereichern? Um Urlaub zu tätigen in Landhäusern und Villen?“
 
Gorbatschow(entsetzt):
„Wo denken Sie hin? Alle Sowjets, egal ob Bauer oder Parteisekretär, werden gleichviel verdienen. Der stolze Prolet wird den selben Fußabtreter haben wie ich.“
 
Moderator:
„Werden Sie wieder der erste Mann im Staate sein?“
 
Gorbatschow:
„Hoffentlich. Kossygin vermutet ja, daß ich wieder nur der Held des Westens sein möchte. Dabei fühle ich mich dem sowjetischen Staate verpflichtet. Ich werde die Menschen aus den niederen Schichten nicht beleidigen, wie etwa Cicero. Er nannte sie ‚Spülwasser‘. Und sein Freund Atticus sprach von ‚Leuten aus dem Hades‘. Das wird mir nicht passieren.“
 
Bush:
„Der Amerikaner ist heute der modernste Mensch auf dieser Welt. Die Sowjets sind Spülwasser aus dem Hades.“
 
Moderator:
„Wie sieht es mit dem Hegemonialanspruch aus? Wird es wieder ein Wettrüsten geben? Wieder einen Kalten Krieg?“
 
Bush(cool):
„Kälter als ‚Ice Cube‘.“
 
Gorbatschow:
„Das hängt auch von den USA ab. Vielleicht sollten wir erst einen Nichtangriffspakt schließen und die Unruheherde im Nahen Osten und in Afrika befrieden. Dann können wir es machen, ein Gipfeltreffen der Giganten: Ein Eishockey-Spiel der USA gegen die UdSSR. Wer gewinnt, der wird Alleinherrscher auf dieser Welt.“
 
Moderator:
„Na mit dem russischen Eishockey sieht es ja zur Zeit nicht mehr so gut aus. Die Spieler betrinken sich lieber statt zu trainieren.“
 
Bush:
„Eishockey ist kälter als der Kalte Krieg.“
 
Gorbatschow(ärgerlich):
„Den russischen Spielern werden wir wieder Zucht und Ordnung beibringen. Der alte Trainer Victor Tichonow soll wieder Trainer werden.“
 
Moderator:
„Der ist aber vor ein paar Jahren mit der russischen Mannschaft nur auf den elften Platz gekommen. Dabei hat er auch während des Turniers dauernd gelacht.“
 
Gorbatschow:
„Dann nehmen wir einen alten Recken der sowjetischen Mannschaft. Bykov oder Fetisov könnte man nehmen.“
 
Moderator(verwundert):
„Und die sollen gegeneinander spielen und der, der gewinnt, ist Alleinherrscher der Welt? Was ist wenn die Tschechen gewinnen, die sind ja auch ganz gut zur Zeit. Dieses kleine Volk wäre dann die größte Macht auf der Erde? Das kann es doch nicht sein.“
 
Gorbatschow:
„Die Tschechen sind unsere Verbündete, wenn die gewinnen sollten, dann wäre das ein Sieg für den Warschauer Pakt. Aber die sollen ja gar nicht am Gipfeltreffen der Giganten teilnehmen. Das ist eine Sache zwischen uns und den Amis.“
 
George W. Bush öffnet den Mund und hebt die Augenbrauen. Dabei hebt er den Zeigefinger, er hat anscheinend eine gute Idee.
 
Moderator:
„Was ist, Herr Kusch, ähhh, sorry, Herr Bush? Wollen Sie was sagen?“
 
Bush(glücklich):
„Ich habe eine erstaunliche Idee erdacht, die Äpfel vom Pflaumenbaum leuchten neon in der Nacht. (kurze Pause) Ich hab´s, Ich hab´s, Juchhuu! Ich weiß was zu sagen ist, wenn es an der Zeit ist was zu sagen!“
 
Gorbatschow(abfällig):
„Und das wäre? Vollidiot, pah.“
 
Bush:
„Ich habe ein Wort, welches eine Waffe ist. Ich kann dich, Gorbatschow, in die Knie zwingen. Mit nur einem Wort.“
 
Gorbatschow:
„Ein Wort soll mir schaden? ‚Aquarium‘ etwa?“
 
Bush:
„Es ist...es ist...“
 
Moderator:
„Jetzt bin ich aber gespannt.“
 
Bush(verkrampft):
„Peres...Peres...Perestra...nein...“
 
Gorbatschow wackelt nervös aus seinem Stuhl hin und her.
 
Gorbatschow(unruhig):
„Nein, bitte nicht, George. Ich ahne, da kommt was böses auf mich zu. Bitte, sprich es nicht aus.“
 
Bush:
„Perestragik...nein...Perestrauma...nein...“
 
Gorbatschow(flehend):
„Bitte, nicht, eine dunkle Erinnerung wird wach. Es wird in der neuen Sowjetunion auch ein Lolly geben, der dich darstellt, Georgie. Bitte tue es nicht. Der Lolly wird in blauen und roten...“
 
Moderator(unterbricht):
„Meinen Sie ‚Perestroika‘, Herr Bush?“
 
Gorbatschow fällt mit einem lauten Schrei vom Stuhl.
 
Gorbatschow:
„AUA!“
 
Bush(glücklich):
„Der amerikanische Adler schwingt mit seinen Flügeln empor, er küßt die zerfledderten Wolken und singt : PERESTROIKA! PERESTROIKA!“
 
Gorbatschow:
„AUA! AUA!“
 
Bush:
„PERESTROIKA! PERESTREUKA! PERESTREUGAMM! PERESTREUGRAMM...ähhh, Perestreugummi...Kaugummi...Wer nicht gegen uns ist, ist gegen uns...ähhh, oder so ähnlich.“
 
Gorbatschow setzt sich wieder hin.
 
Gorbatschow(erleichtert):
„Ja genau, sag lieber deinen Spruch. Ich will dieses Wort nicht mehr hören.“
 
Moderator:
„Was ist denn so schlimm an dem Wort ‚Perestroika‘?“
 
Gorbatschow fällt wieder hin.
 
Gorbatschow:
„AUUUA!“
 
Moderator:
„Nur weil es das Gegenteil ist von dem was sie heute in dieser Sendung gesagt haben?“
 
Gorbatschow(leidend):
„Dieses häßliche Wort verkörpert den schlimmsten Fehler meines Lebens, damit habe ich alles kaputt gemacht. Entschuldige, Lenin, entschuldige vielmals!“
 
Moderator:
„Das war wohl ‚Goodbye Lenin‘, die Perestroika.“
 
Gorbatschow:
„AUA! Wechseln wir doch bitte das Thema. Sprechen wir über was Historisches, über die Paulinischen Briefe. Seit denen zeigte das Christentum eine wesentlich größere Rezeptionsfähigkeit als alle anderen religiösen...“
 
Bush(unterbricht):
„Perestrohika. Wer für die Zukunft ist, ist nicht für die Gegenwart.“
 
Gorbatschow:
„Warum habe ich das damals nur gemacht? Dieses Wort, welches ich nicht mehr hören will, verkörpert den Untergang des einst so stolzen Sowjetimperiums. Im Fakultätstbüro des Komsomol war ich für den Lehr- und Erziehungssektor zuständig. Meine politische Karriere begann in der Vorschule, wäre ich da mal geblieben und hätte die Schriften Lenins und Marx unter die Kleinkinder gebracht. Ich bin ein richtiger Verräter geworden.“
 
Bush:
„Wer für Marx ist, der ist gegen Marx.“
 
Das Handy von Gorbatschow klingelt. Er hat eine SMS bekommen.
 
Gorbatschow:
„Ich habe eine SMS bekommen, sie bezieht sich auf diese Sendung. Ich lese mal vor: ‚Wärst du mal Parteisekretär in der Provinz geblieben, du Verräter! Breschnew.‘.“
 
Moderator(irritiert):
„Breschnew ist doch aber schon seit ungefähr 25 Jahren tot.“
 
Gorbatschow:
„Er hat aber recht, genau das würde der gute alte Leonid zu mir jetzt sagen. Den Afghanistankrieg habe ich auch verloren, ich habe 1989 die sowjetischen Soldaten da abgezogen.“
 
Bush:
„Unsere Mission ist es zu gewinnen, denn der, der gegen uns ist, ist...“
 
Moderator(unterbricht):
„Da sind auch viele Menschen gestorben, es ist gut, daß sie diesen Krieg beendet haben.“
 
Gorbatschow:
„Und die Verschrottung einer ganzen Klasse von Atomraketen habe ich auch beschlossen. Das war ein Bündnis mit diesen Amerikanern!“
 
Moderator:
„Das ist doch gut so. Die Perestroika...“
 
Gorbatschow:
„AUA!“
 
Moderator:
„...und ihre Folgen haben der Menschheit ganz gut getan, glauben Sie mir.“
 
Bush steht auf und hält wieder den Zeigefinger hoch.
 
Bush(euphorisch):
„Ich habe noch so ein Schlagwort, es hängt mit der Peres...Pereswieauchimmer zusammen. Es heißt ‚Kompost‘, nein, ‚Nahost‘, nein...“
 
Moderator:
„Sie meinen ‚Glasnost‘!“
 
Gorbatschow:
„AAUUUUAAA!“
 
Gorbatschow steht auf und rennt aus dem Studio. Bush setzt sich zufrieden hin.
 
Bush:
„Wer für die Perestroika ist, der ist gegen Glasnost. WER FÜR UNS IST,...“
 
Moderator(unterbricht):
„Liebe Zuschauer, wir beenden hiermit diese Folge der Sendung ‚Weltgeschichte‘. Ich freue mich schon, wenn Sie wieder einschalten, Ihr...“
 
Bush(unterbricht):
„IST FÜR UNS! GLASTROIKA!“
 
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