Nachrichtensprecher:
„Einen schönen guten Abend, ich begrüße Sie herzlich zu unserer Abendschau. Sprachkurs und Wissenstest : Die Einbürgerung von Ausländern soll neu geregelt werden, die Zeit naiver Multikulti-Hoffnungen geht zu Ende. Politiker fordern ein Engagement von Ausländern. Diese sollen mindestens sechs deutsche Fußballer der deutschen Nationalmannschaft nennen können und sie sollten die Jahre kennen, wo Deutschland Fußballweltmeister geworden ist. Die CSU in Bayern fordert sogar, daß ein Ausländer die Fußballer des FC Bayern kennen sollte. Außerdem sollte er bei einem Test bayrisches Weizenbier von anderem Bier unterscheiden können.“
(Schnitt)
Ibrahim(glücklich):
„Ich machen den Deutschtest in Bayern schon zu siebten mal, ich kennen alle deutschen Fußballer und ihre Geburtstage und Geburtsorte. Nur beim Bier trinken haben ich Probleme, ich verwechseln immer Erdinger mit Schöfferhofer. Aber der Test machen Spaß und gute Laune. Prost !“
Nachrichtensprecher:
„Bundeswehr : Vor allem bei den Konservativen grassiert Widerstand gegen den Kongo-Einsatz der EU. Dabei meint Verteidigungsminister Jung, daß die Kongolesen dringend die Hilfe der Europäer benötigen. Friedrich Merz (CDU) meint dagegen, daß die keine Hilfe benötigen.“
(Schnitt)
Merz:
„Denen in Afrika und speziell im Kongo geht es blendend. Schauen Sie sich doch nur die Bilder an. Auf jedem Bild, wo „Flüchtlinge“ draufsteht, sehen wir lachende und glückliche Gesichter. Scheinbar haben die genug zu Essen und lachen über uns, daß wir uns Sorgen machen über die.“
Jung:
„Das geht natürlich nicht gut, wenn auf den Fotos die Flüchtlinge dauernd am lachen sind. Wir müssen bei den Flüchtlingen im Kongo noch viel Überzeugungsarbeit leisten. Sie müssen sich bei den Fotos so zeigen wie sie sich wirklich fühlen. Und mit der CDU müssen wir noch dringend reden. Die Kongolesen freuen sich halt in jeder Notlage wenn sie photographiert werden. Das darf die CDU nicht falsch deuten.“
Nachrichtensprecher:
„Die Bundesregierung : Angela Merkel nähert sich langsam dem Thema Fußball-WM. Ihr geht es hauptsächlich um die Sicherheit. Vor allem falls es zu folgendem Spiel kommt : USA gegen Iran. Die Sicherheitskräfte müssen für den Fall der Fälle mobil gemacht werden.“
(Schnitt)
Schäuble (CDU):
„Während ein Spiel läuft sollten alle Flüge in dieser Zeit gestrichen werden. Denn es darf nicht passieren, daß ein Flugzeug entführt und in ein Stadion gelenkt wird.“
Schröder (SPD):
„Frau Merkel hat genau das, was ich in meiner Amtszeit nicht hatte : Eine Fußball-WM im eigenen Land. Es ist ganz klar, daß sich das deutsche Volk besser fühlt um so weiter die Nationalmannschaft in dem Turnier kommt. Wird Deutschland sogar Weltmeister, dann kann Frau Merkel folgendes tun, was ich nicht tun konnte : Steuern erhöhen, Renten kürzen, die Ausländerquote reduzieren und ALG II senken.“
Nachrichtensprecher:
„Immigranten : Berlins Innensenator Ehrhart Körting lässt die Familie eines Ausländermädchens abschieben, das der Bundespräsident als Vorbild der Integration ehrt. Daraufhin sind die Eltern der Kinder, die ebenfalls auf die Schule des Ausländermädchens gehen, auf die Straße gezogen um zu demonstrieren. Sie wollen, daß die 17-järhige Aydin mit ihrer Familie weiterhin in Deutschland bleibt.“
(Schnitt)
Körting(verärgert):
„So vorbildlich das Zeugnis der jungen Aydin ist, so vorbildlich ist auch die Arbeit unserer Asylpolitik. Es kann nicht sein, daß aus aller Welt Leute nach Deutschland strömen und nur weil das Kind halbwegs gut in der Schule ist sie eine Aufenthaltsberechtigung hier bekommen. Das ist Kinderarbeit, das können wir so nicht tolerieren.“
Nachrichtensprecher:
„Altkanzler : Gerhard Schröder läßt sich von einer Kreml-Firma engagieren und hält hochdotierte Geburtstagsreden für Manager. Diese fühlen sich sehr geehrt und bestätigt in ihrer Arbeit. Schröder preist außerdem Deutschland als wichtige Wirtschaftskraft und als ein Land wo es sich zu investieren lohnt.“
(Schnitt)
Reporter:
„Wie geht es Ihnen in Moskau, Herr Schröder ?“
Schröder(glücklich):
„Ich habe meinen Kanzlermantel in die Altkleidersammlung gegeben und fühle mich jetzt pudelwohl.“
Reporter:
„Wieso haben Sie sich gerade auf Geburtstagsreden spezialisiert ?“
Schröder:
„Um so öfter ich solche Reden halten darf um so öfter kann ich eine Geburtstagsparty mitfeiern. Und die in Russland gehen um einiges mehr ab als die daheim in Deutschland.“
Reporter:
„Wie meinen Sie das ? Was geht da mehr ab ?“
Schröder(froh):
„Na zum Beispiel die Trinkspiele, sowas in der Form habe ich in Deutschland noch nicht erlebt. Und die Frauen entkleiden sich halbnackt und tanzen auf den Tischen. Und dann dieses weiße Pulver, welches wir ordentlich...ordentlich...“
(Pause)
Reporter:
„Ordentlich was ?“
Schröder(ernst):
„Ich halte gerne meine Geburtstagsreden ordentlich. Und zurückhaltend, ich bleibe dabei sehr sachlich. Ich werde dabei auch nicht zu persönlich. Wenn ich zu einer Feier eingeladen werde, dann komme ich und bleibe mit einem Glas O-Saft lieber im Hintergrund.“
Nachrichtensprecher:
„Islamisten : Fast 40 Moscheen in Deutschland, warnen Verfassungsschützer, gelten als Heimstätten für Radikale. Zu vielen Moscheen ist der Zugang geheim, es ist sehr schwer dort hinein zu gelangen. In der Leipziger al-Rahman-Moschee zum Beispiel treffen sich Männer um zu Allah zu beten. Sie beten hauptsächlich wegen ihrer Frauen. Diese sollen nicht das Leben westlich orientierter Frauen führen, sondern sie sollen sich ausschließlich um die Kinder und die Küche kümmern. Die radikalen Islamisten fordern sogar, daß die Frau nur zum Einkaufen die Wohnung verlassen darf und das komplett verschleiert. Sie darf drei Sätze pro Tag sprechen und sie darf außer ihren Namen kein Besitz führen. Sie darf kein Kontakt zur Außenwelt haben und Fernsehen darf sie nur konservative arabische Sender. Deutsche Organisationen haben schon angekündigt arabischen Frauen, die mit einem radikal islamistischen Ehemann zusammen sind, zu helfen und zu unterstützen. In wie weit diese arabischen Frauen die Hilfe annehmen ist noch ungewiß.
Frankreich : Der Versuch das Arbeitsrecht zu liberalisieren, bringt Ministerpräsident Dominique de Villepin in Bedrängnis. Die Rebellion von Schülern und Studenten hat die ganze Nation erfaßt, sie droht das Land zu paralysieren. Dabei wären Sozialreformen dringend notwendig.“
(Schnitt)
Schüler(trotzig):
„Ich will nicht nach der Schule studieren oder sogar noch arbeiten gehen. Ich will immer spielen mit meinen Freunden. Die Erwachsenen sollen Roboter bauen, die die Arbeit übernehmen. Und die Roboter sollen mit Solarzellen ausgestattet sein. So braucht niemand mehr zu arbeiten. Ich will lieber meine Comics lesen, Computer spielen, mit Freunden Musik machen und Fußball spielen. Solarenergie, Solarenergie !“
Nachrichtensprecher:
„Serbien : Vergiftet wurde Ex-Präsident Slobodan Milosevic offenbar nicht – doch in seiner Heimat kursieren weiter obskure Verschwörungstheorien. So wird gemunkelt, daß in seinem Essen im Gefängnis lebensgefährliche Tuberkulosemittel beigemengt wurde um ihn zum Schweigen zu bringen. Die Toxikologen dagegen fanden keine Spur davon in seinem Blut. Auch die Theorie, daß die Blätter, auf denen er in der Zelle Gedichte geschrieben hatte, mit einem Giftmittel bestrichen seien konnte nicht bestätigt werden. Die nächste Theorie war, daß sein Aschenbecher mit Nikotinsulfat an den Mulden befleckt war, wo man die Zigarette einklemmen kann. Dies konnte auch nicht bestätigt werden.
(Schnitt)
Tränenüberströmte Frau(weinend):
„Slobo, wir erwarten deine Auferstehung. So lange wird die Totenwache dauern, erst wenn du wieder bei uns bist verlassen wir dein Grab.“
Nachrichtensprecher:
„Die Totenwache bestand anfangs aus sechs Leuten. Jetzt sind drei Wochen um und es ist nur noch diese eine Frau am Grab. Sie wird von ihrer Familie mit Lebensmitteln und frischer Wäsche versorgt.
Spanien : Katalonien kämpft um seien Ruf als Kulturland und will mit Polizeipräsenz die Exzesse des Billigtourismus eindämmen. Folgende Werbung ist für diese Reiseziele bestimmt : „Geile Weiber und Mega-Parties.“ Die regionale Innenministerin Tura will dagegen vorgehen. Sie nennt die Unkosten, die entstehen, wenn die Urlauber 72 Stunden Dauerfete hintereinander feiern. Die Wiederbelebungskosten sind weit aus höher, so die Mediziner, als den Gewinn den die Spaßtouristen einbringen.“
(Schnitt)
Daniel(berauscht):
„Ey, voll das geile Rohr ham wa da gesmoked und dann so voll fett gewesen. Und dann noch ne Pille und dann ham wa abgedanced und sind voll abegangen. Das geilste waren nicht die Chics, das geilste war der Absturz, ey. Nach 40 Stunden tanzen bin ich voll umgekippt, war voll ne Borderline-Erfahrung, living on the edge. Ich wäre fast draufgegangen, aber der Medizinmann da hat mich geheilt. Ich habe voll die Visions gehabt, voll das krasse Erlebnis.“
Nachrichtensprecher:
„Wohltätigkeit : Die Superreichen sind spendenfreudiger denn je. Wo Regierungen nicht mehr helfen können oder wollen, engagieren sich karitative Stiftungen. Das lindert vielerorts die ärgste Not – auch wenn die Motive der Spender oft eigennützig sind. Das Ehepaar Gates hat im Jahre 2004 mit Abstand am meisten gespendet. Sie bauen in indischen Kleinstädten Schulen, in denen die Kinder hauptsächlich das Programmieren von Programmen und Spielen lernen. Neben dem Lesen, Schreiben und rechnen lernen entwickeln die indischen Kinder schon in der Grundschule kleine Programme für Microsoft. In der Oberstufe können die Kinder Leistungskurse wählen, wie zum Beispiel Anwenderprogramme wie Excel oder Access programmieren oder für die Spiele-Konsole Xbox von Microsoft Spiele programmieren. Demnächst werden solche Schulen auch in Afrika erbaut. Selbstverständlich sind die Gates-Schulen miteinander vernetzt und können miteinander kommunizieren. In den Schulen wird hauptsächlich Englisch gesprochen, was die kleinen Schüler natürlich auch dort lernen. Prognosen sagen voraus, daß in 15 Jahren 1,2 Milliarden Menschen für Microsoft programmieren werden.
Nachrichtensprecher:
„Lebensmittel : jetzt hat ein österreichischer Schokoladenhersteller zum ersten mal Schokolade aus Kamelmilch gewonnen. Er hat bei sich zu Hause in Salzburg eine riesige Wiese mit Kamelen, die er lila angemalt hat. Die Milch sei weniger fett und süßer. Die ganze Sache, so ein Greenpeace-Aktivist, ist hervorragend und das beste Mittel Kamele zu schützen und zu erhalten.
(Schnitt)
Greenpeace-Aktivist(glücklich):
„Eine super Idee, wie ich finde. Man kann das aber auch ausweiten auf andere Tiere. Bei den Säugetieren hat jedes Weibchen im Körper Milch. Um Nashörner oder Giraffen zu schützen brauchen wir einen wirtschaftlichen Hintergrund. Bald wird es von allen bedrohten Tieren Schokolade geben.“
Nachrichtensprecher:
„Energie : Als erstes Land der Welt will sich Schweden bis 2020 vom Erdöl unabhängig machen. In den lokalen Kraftwerken wird fast nur noch Holz verfeuert. Und schon bald sollen sämtliche Autos mit Alkohol angetrieben werden. Dazu mehr von Kjell Bergström, Motorenentwickler bei Saab.
(Schnitt)
Bergström(ernst):
„Der Umstieg ist in vollem Gange und andere Länder werden folgen. Wir werden unsere Wälder verheizen, Bäume haben wir hier genug in Schweden. Und auf den abgeholzten Flächen werden wir Autowerkstätten bauen.“
Reporter:
„Das ist aber auch nicht gerade gut für die Umwelt. So wird viel Kohlendioxid in die Atmosphäre gebracht und wichtige Waldflächen verschwinden.“
Bergström:
„Wer redet denn von Umweltfreundlichkeit ? Uns geht es darum vom russischen Erdöl unabhängig zu werden. Wenn unsere Regierung was macht was Putin nicht gefällt, dann kann er nach Belieben den Hahn zu drehen. Außerdem wird statt Benzin in vielen Autos bald Ethanol fließen. Unser Ökö-Saab ist umweltfreundlich. Da sehen Sie wir machen für jeden etwas.“
Reporter:
„Wie sieht es bei ihrem Öko-Saab aus mit Schadstoffen ?“
Bergström:
„Der hat weniger Schadstoffe als mit Benzin. Der Alkohol wird verbrannt und in die Luft ausgeschieden. So ist in unseren Städten mit viel Verkehr ein leichter Alkoholgeruch in der Luft. Die Leute atmen den ein, sind etwas beschwippst und sind dann etwas freundlicher zu einander. Wir tun also was für unser Allgemeinwohl.“
Nachrichtensprecher:
„Das waren die neusten Meldungen von heute. Ich verabschiede mich und wünsche Ihnen einen schönen Abend, bis dann !“